... sang Katja Ebstein vor einigen Jahren.
Es ist seltsam. AG Theater. So unsicher ich dabei auch bin, nervös, teilweise ängstlich, das ganze bekannte Programm. Wenn wir Übungen machen, war es am Anfang sehr schwierig, gerade die Improvisationen. Doch mit jedem Mal wird es besser. Ich merke vor allem auch, wie es mir außerhalb hilft. Ab und zu mal. Aufrechterer Gang, keine Verlegenheitsbewegungen. Naja, weniger.
Am spannendsten war es jetzt aber bei dem ersten Proben. Frisch den Text bekommen, noch keine feste Rollenverteilung. Natürlich habe ich mich nicht davon abhalten können, mich lange genug im Hintergrund zu halten, bis alle wirklichen Sprechrollen verteilt waren. Doch dann war der Akt durch und es wurde beschlossen, daß die Restlichen diesen nun spielen sollten. Ein Glück, daß mich der Zufall so reingelegt hat!
Bald war ich in den Text reingerutscht und damit in eine Art seltsamen Fokus. Wie beim bekannten Hyperfokus war die Welt außerhalb meistens fort und es blieb nur das Spiel. Darin aber nahm ich mein Gegenüber, die Figur, wahr. Hatte Worte und Gefühle einer eigenen Figur, an die ich mich halten konnte, und damit eine ungekannte Form von Sicherheit.
Auch anschließend hörte die Wirkung nicht gleich auf. Zwar kam ich aus dem Fokus heraus, doch hielt ein kleines Schweben noch eine Weile an, eine... Entspannung, wie ich sie noch nie gefühlt habe. Unbeschreiblich. Wundervoll.
Leider ist das ein paar Tage her. Ich weiß nicht, wie ich bei der Gruppe weitermachen soll, denn die Zweifel sind da, ob ich tatsächlich eine Rolle übernehmen und durchhalten könnte. Ob auch in der Streßsituation weiterer Proben und schließlich Aufführungen mein Kopf so bleiben und nicht alles einmal mehr über die Kanten ins Nichts kippen würde.
Und doch... dieses Gefühl...