Im Rollenspiel "Changeling" gibt es eine Kraft, eine Energieform, die 'Glamour' genannt wird. Sie erscheint manchmal unfaßbar, schwer zu beschreiben und ebenso schwer zu begreifen. Diese Energie ist quasi der Lebensfunken der Changelings, ihre Magie basiert darauf. Es heißt, es entsteht, wenn die Menschen träumen, etwas sie zum Träumen anregt...
Ich habe heute "The Prestige" gesehen. Ein interessanter Film mit guten Schauspielern. Darum geht es gerade aber nicht.
Da kam ein Satz vor. Worum es wirklich geht bei der Show: Den Glanz in den Augen der Menschen.
Ich hatte darauf gewartet, daß ich einmal von jemand anderem höre, was es ist, daß mich antreibt. Worum es mir bei den Geschichten geht.
Seit langem war mir schon klar geworden, daß ich kein guter Therapeut bin, weil es mir nicht um die Menschen an sich geht. Weil ich ein seltsames Gefühl bekomme, wenn sie mehr als einmal in meine Sprechstunde kamen. Also ich die erste Folge "Dr. House" sah, hatte es dort jemand für mich in Worte gefasst: Wie eine Erkenntnis beobachtete ich jemanden, wenn auch nur eine Figur, die genau so fühlt. Wenngleich ich nicht ebenso verbittert und misanthropisch bin, habe ich doch meine Ansätze, je nach Stimmung, den Menschen keine Gefühle entgegenbringen zu können.
Ja, ich freue mich, wenn ich dafür sorgen kann, daß es ihnen besser geht. Es ist schön, wenn es das tut. Aber mir persönlich gibt es nichts. Was mich wirklich an meinem Beruf gereizt hat, ist, das Rätsel zu lösen. Das Mittel, die Therapie zu finden, die ihnen eben helfen kann. Die Anwendung der Therapie ist beim ersten Mal noch interessant. Vielleicht beim zweiten auch. Bis man weiß, ob und was das richtige Mittel ist. Ich war auch ziemlich gut darin, dieses zu finden. Doch dann... Dann wurde es schal. Selbst, wenn die Behandlung noch nicht beendet war. Etwas stimmte nicht mehr.
Dann sah ich Dr. House... und fühlte mich ertappt. 'Ihn interessieren die Rätsel, nicht die Menschen." Ist das menschenverachtend? Jedenfalls ist es real.
Das Einzige, was mir sonst noch etwas gegeben hat, war, den Glanz in ihren Augen zu sehen, wenn es ihnen besser ging. Nicht Dankbarkeit. Nicht der Erfolg, in gewisser Weise nicht einmal ihre Freude darüber. Nein, dieser unbeschreibliche, überflutende Glanz.
Um ihn geht es mir, wenn ich schreibe. Um ihn ginge es mir, wenn ich Geschcihten produziere, egal, in welcher Form. Mich interessieren keine Dokumentationen oder wahre oder gefälschte Nachrichten. Es gibt genügend, die so etwas machen können und es sei ihnen vorbehalten. Es geht mir um den Glanz. Das Strahlen in ihren Augen, und sei es nur für ein paar Sekunden. Er ist kostbarer als alles andere.