Okay, mir ist es an sich nicht unbekannt. In mir sein, die Umgebung als ablaufende Szene außerhalb nur wahrnehmen, halb wahrnehmen. Mein Kopf, meine Haut, die gläserne Mauer, hinter der irgendwas abläuft. Ich dahinter, innen drin. Es passiert nicht dauernd, nur manchmal. Oft genieße ich es dann auch, wenigstens einen Moment Ruhe. Nichts, was auf Einen einprallt. Wenigstens ein paar Sekunden...
Aber diesmal.. hat es mich voll erwischt. Mitten in der Probe, auf der Bühne. Ich sage meinen Text, dann kommt mein Gegenüber. Glücklicherweise hat er viele Zeilen. Genügend, daß mir mein Blick an ihm vorbei auf die Wand auffällt. Mir auffällt, wie mein Körper still steht. Dann kommt mir der Gedanke, daß die Anderen irritiert sein dürften. Oder sind? Dann, daß ich bestimmt bald wieder etwas sagen muß. Keine Ahnung, wo der Andere grad ist. Ich bekomme nur mit, daß er Laute von sich gibt. Ich gebe mir einen Schubs...
Ich habe den richtigen Einsatz gefunden und mich wieder entsprechend bewegt. Besser, wenn das nicht mehr außer meine Kontrolle gerät, nicht wahr... Ob ich versuchen sollte, es von Zeit zu Zeit bewußt herbeizuführen, damit es nicht so passieren kann? Aber meditieren kann ich nicht, keine Ruhe...
Ich sollte morgen meine Komilitonin fragen, ob sie es bemerkt hat...