"Theater, das ist wie ein Rausch..." Thu, Nov 23. 2006
... sang Katja Ebstein vor einigen Jahren.
Es ist seltsam. AG Theater. So unsicher ich dabei auch bin, nervös, teilweise ängstlich, das ganze bekannte Programm. Wenn wir Übungen machen, war es am Anfang sehr schwierig, gerade die Improvisationen. Doch mit jedem Mal wird es besser. Ich merke vor allem auch, wie es mir außerhalb hilft. Ab und zu mal. Aufrechterer Gang, keine Verlegenheitsbewegungen. Naja, weniger.
Am spannendsten war es jetzt aber bei dem ersten Proben. Frisch den Text bekommen, noch keine feste Rollenverteilung. Natürlich habe ich mich nicht davon abhalten können, mich lange genug im Hintergrund zu halten, bis alle wirklichen Sprechrollen verteilt waren. Doch dann war der Akt durch und es wurde beschlossen, daß die Restlichen diesen nun spielen sollten. Ein Glück, daß mich der Zufall so reingelegt hat!
Bald war ich in den Text reingerutscht und damit in eine Art seltsamen Fokus. Wie beim bekannten Hyperfokus war die Welt außerhalb meistens fort und es blieb nur das Spiel. Darin aber nahm ich mein Gegenüber, die Figur, wahr. Hatte Worte und Gefühle einer eigenen Figur, an die ich mich halten konnte, und damit eine ungekannte Form von Sicherheit.
Auch anschließend hörte die Wirkung nicht gleich auf. Zwar kam ich aus dem Fokus heraus, doch hielt ein kleines Schweben noch eine Weile an, eine... Entspannung, wie ich sie noch nie gefühlt habe. Unbeschreiblich. Wundervoll.
Leider ist das ein paar Tage her. Ich weiß nicht, wie ich bei der Gruppe weitermachen soll, denn die Zweifel sind da, ob ich tatsächlich eine Rolle übernehmen und durchhalten könnte. Ob auch in der Streßsituation weiterer Proben und schließlich Aufführungen mein Kopf so bleiben und nicht alles einmal mehr über die Kanten ins Nichts kippen würde.
Und doch... dieses Gefühl...
Check Thu, Nov 23. 2006
Ja.. Was mich am meisten davon abgehalten hat, ein Blog anzufangen, war, daß ich wußte, daß ich es nicht regelmäßig führen würde. Also ärgere ich mich doch selbst damit, oder? Oder ich gebe mir die Chance, ich zu verbessern. *auf Datum schau*... Mit der Zeit. Vielleicht viel Zeit.
Aber immerhin, hier entsteht ein kleiner neuer Artikel. - Check.
Mal sehen:
Ich wollte bei den SOKO-Leuten anrufen. Hab ich mich getraut? Nein, natürlich nicht. - No check.
Immerhin habe ich mir ein Referatsthema besorgt. Mir ist klar geworden, daß es mir viel bedeuten würde, wenigstens das Grundstudium zu beenden - Check. Daß es dank der Studiengebühren wahrscheinlich nicht möglich ist... naja, gehört nicht in die Checkliste.
Ich hab nen Job... Zu viele Leute, deutlich, aber die Mitarbeiter sind nett und, naja, ich brauche das Geld so oder so. Also: Check.
Ich komme nicht dazu, zu lernen, zu malen, zu... alles Mögliche, was ich eigentlich tun will. - Uncheck.
Aaber: Ich bin in einer Theatergruppe dabei und die Übungen tun mir richtig gut! - Checkcheck!
Auch, wenn ich es nicht schaffe, den richtigen Schritt zum Beruf zu finden und zu tun. Wenn ich mir die Ohren zuhalte vor den dummen Bemerkungen einer doofen Flüsterstimme, dann kann ich aber dran glauben, daß ich noch Zeit dafür habe.
5:2. Ist nicht schlecht als Bilanz. Wenn sie auch genauso etwas getürkt ist wie die meisten.

